Keime, Hautmikrobiom und ein ungewohnter Hygienetipp
Keime begegnen uns jeden Tag und beinahe überall: auf Gegenständen, in unserer Umgebung und auch auf unserem eigenen Körper.
Beim Wort „Keime“ denken wir häufig zuerst an Krankheitserreger. Dabei sind längst nicht alle Mikroorganismen schädlich. Viele von ihnen gehören ganz selbstverständlich zu unserem Körper und erfüllen dort wichtige Aufgaben.
Gleichzeitig können bestimmte Mikroorganismen Krankheiten verursachen oder über unsere Hände weitergetragen werden. Bewusste Händehygiene bedeutet daher nicht, alles keimfrei machen zu wollen. Vielmehr geht es darum, unsere natürlichen Mikroorganismen zu respektieren und mögliche Krankheitserreger in den richtigen Situationen gründlich abzuwaschen.
Mikroben sind nicht automatisch schlecht

Nicht alle Mikroorganismen sind schädlich – bewusste Händehygiene hilft, unerwünschte Keime zu entfernen.
Zu den Mikroben zählen unter anderem Bakterien, Viren, Pilze und bestimmte Parasiten. Einige können Krankheiten hervorrufen, viele sind für uns jedoch harmlos oder sogar nützlich.
Auch unsere Haut ist von zahlreichen Mikroorganismen besiedelt. Gemeinsam bilden sie das sogenannte Hautmikrobiom (früher oft als Hautflora bezeichnet).
Diese kleinen Mitbewohner tragen zu einem ausgeglichenen Hautmilieu bei, unterstützen die natürliche Hautbarriere und können dabei helfen, unerwünschte Mikroorganismen in Schach zu halten. Darüber hinaus steht unser Mikrobiom in engem Austausch mit dem Immunsystem und beeinflusst dessen Entwicklung und Regulation.
Keime sind also nicht grundsätzlich unsere Feinde. Entscheidend ist, um welche Mikroorganismen es sich handelt und an welcher Stelle sie sich befinden.
Unsere Hände – echte Vielberührer
Mit unseren Händen berühren wir im Laufe eines Tages unzählige Dinge:
Türklinken, Einkaufswagen, Bargeld, Smartphones, Tastaturen, Armaturen und viele weitere Oberflächen.
Das öffentliche Gesundheitsportal Österreichs bezeichnet die Hände als besonders häufige Überträger ansteckender Krankheitserreger. Dadurch kommen unsere Hände häufig mit Mikroorganismen in Kontakt und können diese von einem Gegenstand zum nächsten weitertragen.
Über die Hände können sie schließlich auch an Mund, Nase, Augen, Lebensmittel oder empfindliche Körperbereiche gelangen.
Der altbekannte Hinweis aus unserer Kindheit hat deshalb nichts von seiner Bedeutung verloren: Händewaschen nicht vergessen!
Warum Händewaschen mit Seife so wichtig ist
Die Hände nur kurz unter Wasser zu halten, reicht für eine gründliche Reinigung nicht aus.
Seife enthält waschaktive Substanzen. Diese helfen dabei, Fett, Schmutz und Mikroorganismen von der Haut zu lösen. Durch sorgfältiges Einseifen und Reiben werden auch schwerer erreichbare Bereiche zwischen den Fingern, an den Fingerspitzen und unter den Nägeln gereinigt. Anschließend werden die gelösten Rückstände unter fließendem Wasser abgespült.
Gewöhnliche Seife muss die Mikroorganismen dabei nicht zwingend abtöten. Ihre wichtigste Aufgabe ist es, sie von der Haut zu lösen und ihre Entfernung mit dem Wasser zu erleichtern. Die WHO beschreibt genau diese Reinigungswirkung gewöhnlicher Seife.
Bei bestimmten behüllten Viren können die waschaktiven Bestandteile zusätzlich deren fetthaltige Außenhülle beeinträchtigen. Andere Mikroorganismen werden hauptsächlich mechanisch gelöst und fortgespült.
Für gründliches Händewaschen braucht es daher drei Dinge: Seife, sorgfältige Reibung und fließendes Wasser.
Die Hände sollten etwa 20 Sekunden lang eingeseift werden.
Der Hygieneschritt, an den kaum jemand denkt
Händewaschen VOR dem Toilettengang
Wir lernen bereits als Kinder, uns nach dem Toilettengang die Hände zu waschen.
Doch wo waren unsere Hände davor?
Gerade während der Menstruation gibt es Situationen, in denen das Händewaschen vor dem Toilettengang beziehungsweise vor dem Wechseln eines Menstruationsproduktes besonders sinnvoll ist.
Tampons, Menstruationstassen und Menstruationsdiscs werden mit den Fingern angefasst, eingesetzt und später wieder entfernt. Dabei kommen die Hände direkt mit dem Produkt und einem besonders empfindlichen Körperbereich in Berührung.
Ungewaschene Hände können Mikroorganismen von zuvor berührten Oberflächen auf das Menstruationsprodukt und in den Intimbereich übertragen. Das führt nicht automatisch zu einer Infektion, stellt jedoch eine vermeidbare zusätzliche Keimübertragung dar.
Der britische Gesundheitsdienst NHS empfiehlt daher, beim Umgang mit Tampons und Menstruationstassen die Hände zu waschen. Die US-amerikanische Gesundheitsbehörde CDC empfiehlt sogar ausdrücklich, die Hände VOR und NACH der Verwendung von Menstruationsprodukten zu waschen.
Das Händewaschen davor mag zunächst ungewohnt erscheinen.
Gerade beim Wechseln von Menstruationsprodukten ist es jedoch ein kleiner und sinnvoller Hygieneschritt.
Ist feste Naturseife hygienisch?
Immer wieder begegnet mir die Frage, ob feste Seife hygienisch sein kann.
Die klare Antwort lautet: Ja.
Eine Seife muss nicht steril sein, um hygienisch zu reinigen. Beim Anfeuchten und Einseifen werden mögliche oberflächliche Verunreinigungen gelöst. Gleichzeitig nimmt der Seifenschaum Schmutz, Fett und Mikroorganismen von den Händen auf. Beim anschließenden Abspülen werden sie mit dem Wasser entfernt.
Klassische feste Seifen besitzen außerdem einen alkalischen pH-Wert, der für viele Mikroorganismen ungünstige Bedingungen schafft. Feste Seife ist daher keineswegs unhygienisch, sondern ein nützlicher und wichtiger Begleiter bei der täglichen Händehygiene.
Damit ein festes Seifenstück lange angenehm in der Anwendung bleibt, sollte es nach der Verwendung gut trocknen können.
Ideal ist eine Ablage, auf der Wasser abfließen und Luft an die Seife gelangen kann.
Liegt die Seife dauerhaft in einer Wasserlache, wird sie weich und verbraucht sich schneller, das betrifft vor allem ihre Ergiebigkeit und Beschaffenheit, nicht automatisch ihre hygienische Reinigungswirkung.
Naturseifen für Reinigung und ein angenehmes Hautgefühl
Bei SeifenLust® entstehen Naturseifen in sorgfältiger Handarbeit in St. Veit an der Glan.
Die Rezepturen werden von mir persönlich so entwickelt, dass sie gründlich reinigen und zugleich ein angenehmes Hautgefühl hinterlassen.
Denn eine gute Seife soll nicht nur sauber machen. Sie soll auch gerne verwendet werden – Tag für Tag.
Also: Händewaschen nicht vergessen. 😉
Eure
